Der Begriff ERP Berater führt häufig in die Irre, weil dahinter ganz unterschiedliche Rollen und Interessen stecken: vom spezialisierten Systemverkäufer bis zum unabhängigen Generalisten. Wir erleben in der Praxis, dass vermeintliche Marktübersicht und „Allwissen“ oft nur behauptet werden – tatsächlich aber kann niemand jede Lösung oder jedes Release umfänglich kennen. Wirklich professionelle ERP-Beratung setzt immer beim Unternehmen und deinen Prozessen an, nicht beim System. Deshalb solltest du immer genau hinterfragen, wer dich wie berät und welche Interessen wirklich im Spiel sind.
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ToggleWarum der Begriff ERP-Berater häufig in die Irre führt
Wir erleben es immer wieder, wenn wir mit Entscheidern in mittelständischen Unternehmen sprechen: Der Begriff ERP-Berater sorgt für viel Verwirrung. Oft geht die Unsicherheit schon mit der ersten Suche los – was meint eigentlich „ERP-Beratung“ konkret? Ist das schon die Auswahl des ERP-Systems? Oder meint es Schulung, Prozessoptimierung, Implementierung – oder schlicht Vertrieb? Das ist eine sehr gute Frage. Denn gerade hier verschwimmen die Begriffe. Wer sich auf die Suche nach dem richtigen Berater oder einer passgenauen ERP-Lösung macht, stellt schnell fest: Die Rollen und Angebote sind kaum vergleichbar, Missverständnisse entstehen fast zwangsläufig.
Was wir oft sehen ist: Beratung, Implementierung und Verkauf werden munter vermischt – nach außen kaum zu erkennen. Aber genau das ist ein echtes Problem, wenn du dein Projekt richtig aufstellen möchtest. Es ist uns ein echtes Anliegen, dich vor typischen Stolperfallen zu bewahren. Denn Fehler oder Fehlinvestitionen passieren meist, weil Begriffe nicht sauber genutzt werden – und zu wenig Wert auf die Prozessanalyse und das Zielbild des eigenen Unternehmens gelegt wird.
Wer also nach einem ERP-Berater sucht, stößt auf ein riesiges Feld – und genau das beleuchten wir im Folgenden Schritt für Schritt.
Die vielfältigen Rollen hinter dem Begriff ERP-Berater
Das muss man sich erstmal vor Augen führen: Es gibt eine große Bandbreite von Rollen, die alle als ERP-Berater auftreten. Da ist einmal der klassische Spezialist, der für einen bestimmten Hersteller oder ein festes ERP-System arbeitet – etwa für ein bekanntes SAP-Modul. Sein Ziel ist oft klar: Dieses eine System möglichst überzeugend zu verkaufen.
Daneben gibt es die sogenannten Generalisten, die sich ein breites Know-how über viele ERP-Systeme zutrauen und dich unabhängig beraten wollen. Solche Generalisten bringen häufig einen breiten Überblick über den Markt mit, können Anforderungen aus verschiedenen Branchen und Enterprise-Strukturen vergleichen und kennen aktuelle Trends. Dann sehen wir auch Consultants, die sich auf bestimmte Branchen wie Supply Chain, Produktion oder Dienstleistung spezialisiert haben und mit tiefer Expertise an den Start gehen.
Was ich immer wieder beobachte ist: Viele Kunden können von außen nicht unterscheiden, ob nun ein Berater unabhängig ist, als Verkäufer agiert oder schlicht eine fokussierte Rolle – etwa als Project Manager, Business Analyst oder technischer Entwickler – spielt. Die jeweiligen Hintergründe, Spezialisierungen und Interessen sind kaum transparent.
Anbieterbindung und Beraterinteressen werden oft verschleiert
Was wir in der Praxis sehr häufig erleben: Gerade bei ERP-Consultants verschwimmen die Grenzen zwischen neutraler Empfehlung und verkaufsorientierter Beratung oft. Viele Berater erhalten beispielsweise Provisionen für den Abschluss bestimmter Lizenzen oder sind über formale Partnerschaften untrennbar mit einem bestimmten ERP oder Hersteller verbunden. Das wird nach außen nur selten klar kommuniziert – nach innen tritt der Berater oft neutral und objektiv auf.
Genau das ist der Punkt, an dem viele Entscheider den Überblick verlieren. Von außen sind die Abhängigkeiten und Motivationen kaum sichtbar. Hinzu kommt: In vielen Fällen werden scheinbar unabhängige Marktanalysen durchgeführt – am Ende läuft jedoch alles wieder auf ein bestimmtes System hinaus. So geraten Unternehmen in die Situation, dass Systemempfehlungen mehr mit Beraterpräferenzen oder betriebswirtschaftlichen Interessen zu tun haben als mit deinem wirklichen Bedarf.
Das ist ein klassischer Fehler, der zu Fehlinvestitionen führt und den du im Sinne deines Unternehmens unbedingt vermeiden solltest. Wir sagen ganz klar: Echte ERP-Beratung muss transparent, methodisch und unabhängig sein.
Die Illusion der allwissenden ERP-Berater
Ein sehr wichtiger Aspekt, den wir immer wieder aufklären müssen: Es gibt keinen „allwissenden“ ERP-Berater, der wirklich alle ERP-Systeme, deren Module und aktuellen Release-Stände aus eigener Erfahrung im Detail kennt. Und das ist ein Punkt, über den selten ehrlich gesprochen wird – dabei ist es absolut entscheidend.
Was viele nicht wissen: Der Markt für ERP-Systeme ist hochdynamisch. Monatlich gibt es Updates, neue Schnittstellen, strategische Richtungsänderungen der Hersteller, neue Best Practices in der Implementierung oder im Change Management. Damit einher geht, dass jeder Berater – und auch jede Beratung – Grenzen in der Detailkenntnis hat. Zu behaupten, man könne auf Knopfdruck alle relevanten Systeme von SAP bis zu Nischensystemen umfassend beurteilen, ist unseriös.
Wir bei UBK bringen jahrzehntelange Erfahrung, Austausch mit ERP-Consultants und zahlreiche erfolgreiche Projekte mit – aber wir sagen auch ganz ehrlich: Niemand kann alles wissen. Deshalb ist ehrliche Beratung für uns der Schlüssel – verbunden mit einer nachvollziehbaren Methodik, die auch die eigene Marktkenntnis laufend überprüft und erweitert.
Lösungen stehen oft zu früh vor Prozessen
Was wir sehr häufig beobachten ist, dass Entscheider sich von Anfang an zu sehr auf einzelne Lösungen, Namen oder Funktionen festlegen – oft bevor Prozesse oder Ziele sauber geklärt sind. Das beginnt schon damit, dass ein Berater mit einer Checkliste für die ERP-Auswahl anrückt oder ein Anbieter die „optimale“ Lösung präsentiert, noch bevor du dein Geschäftsmodell und deine strategischen Ziele im Detail analysiert hast.
Genau hier liegt eine der größten Denkfallen: Systeme und Lösungen werden gekauft, weil sie gerade im Trend sind, von der IT-Abteilung favorisiert werden oder weil eine bestimmte Schulung angeboten wird – nicht, weil sie wirklich zu dir und deinen Anforderungen passen. Die Entscheidung basiert dann oft auf Meinungen statt Fakten oder folgt internen Machtstrukturen, in denen die lautesten Abteilungen den Ton angeben.
Was ich immer sage: Setze Prozesse, Zielbild und individuelle Anforderungen an erste Stelle – nicht die Lösung selbst. Nur so lassen sich nachhaltige (optimierte) Entscheidungen treffen, die Fehlinvestitionen und operative Ausfälle vermeiden helfen.
Unsere Grundsätze für wirkliche ERP-Beratung
Wir sagen ganz klar: Gute ERP-Beratung beginnt nicht beim System sondern beim Unternehmen – bei dir. Unsere Philosophie ist es, zuerst deine Prozesse, das Geschäftsmodell, die strategischen Ziele und organisatorischen Rahmenbedingungen zu verstehen. Wir analysieren, wie leistungsfähig deine Organisation Veränderungen (Change Management) umsetzen kann und wo der größte Nutzen durch eine ERP-Einführung entsteht.
Erst wenn diese Analyse abgeschlossen und das Zielbild klar ist, starten wir mit der strukturierten Eingrenzung des Marktes. Dabei prüfen wir für dich verschiedene ERP-Systeme, deren Module und mögliche Anbieter mit ehrlichem Blick auf deine Bedürfnisse – nicht auf Basis vorgefertigter Produktkataloge. Unsere Empfehlungen sind methodisch und nachvollziehbar, nie an Provisionen oder Herstellerinteressen gebunden.
- Tiefe Prozessanalyse als Startpunkt
- Strategischer Abgleich von Anforderungen und Möglichkeiten
- Klares Anforderungsprofil – erst dann Marktsichtung
- Vollständige Transparenz über Interessen und Grenzen
Wir begleiten dich somit ganzheitlich, nicht als Verkäufer von ERP-Lösungen, sondern als ehrliche Berater.
Typische Stolperfallen aus der Praxis und wie du sie umgehen kannst
Das muss man sich klarmachen: Typische Fehler passieren nicht nur „am Markt“, sondern oft auch durch interne Abläufe. Was wir häufig sehen, ist beispielsweise:
- Die Wünsche der lautesten Abteilungen werden zum Maßstab – statt das Unternehmen als Ganzes zu betrachten.
- Man lässt sich durch schnelle Online-Portale oder oberflächliche Tools vorschnell leiten, ohne fundierte Marktkenntnis.
- Das Bauchgefühl für bestimmte ERP-Consultants oder Anbieter verdrängt eine durchdachte Systemauswahl.
- Angebotene Funktionen blenden, auch wenn sie im Alltag gar nicht benötigt werden.
Was ich immer sage ist: Bleib methodisch – halte an einer klaren Analyse und strukturierten Herangehensweise fest, um dich vor solchen Fehlern zu schützen. Verlasse dich nicht nur auf schnelle Recherche oder die Empfehlungen einzelner Mitarbeitender. Erst eine holistische Betrachtung bringt dir wirklich nachhaltigen Erfolg mit einer neuen ERP-Software.
Was gute ERP-Beratung wirklich ausmacht
Viele stellen sich jetzt die Frage: Woran erkenne ich eigentlich gute ERP-Beratung? Wir sind überzeugt: Qualität entsteht nicht durch das fehlerfreie Rezitieren von Anbieterliste oder Module. Sie beginnt vielmehr bei einer strukturierten, ehrlichen und methodischen Annäherung an dein Unternehmen und deine realen Anforderungen.
Wir nehmen uns die Zeit, Unternehmensprozesse und Kultur zu verstehen, bevor wir überhaupt ein ERP-System oder einzelne Lösungen ins Gespräch bringen. Dafür braucht es Erfahrung, Transparenz und die Bereitschaft, eigene Grenzen einzuräumen. Ein guter Berater legt offen, wo er eigene Stärken sieht und wo eventuell Partner ins Boot geholt werden sollten.
So entsteht ein Vertrauensverhältnis, bei dem echte Orientierung, strukturierte ERP-Auswahl und letztlich nachhaltiger Wettbewerbsvorteil im Fokus stehen – und nicht versteckte Interessen.
Wichtige Erkenntnisse für deine ERP-Auswahl
Was solltest du aus all dem für dich mitnehmen? ERP-Berater ist kein geschützter Begriff – die Rollen, Ansätze und Interessen dahinter sind extrem verschieden. Frage immer genau nach, wer dich wie berät und mit welchem Hintergrund das passiert. Lass niemals Anbieter, Portale oder interne Machtstrukturen allein entscheiden – im Mittelpunkt stehen deine Prozesse und das Zielbild für die Zukunft.
Vertrauen entsteht nur durch Ehrlichkeit, Methodik und eine saubere Analyse. Wer verspricht, den gesamten Markt im Griff zu haben oder nur auf die schnelle Lösung drängt, handelt aus unserer Sicht nicht in deinem Sinne.
- Kläre deine Anforderungen strategisch, bevor Systeme verglichen werden.
- Hinterfrage Interessen und Anbieterbindungen deiner Berater offen.
- Verzichte auf schnelle, oberflächliche Marktübersichten.
- Verlasse dich auf strukturierte Prozess- und Zielbildanalyse.
Nur so kannst du sicherstellen, dass die ERP-Beratung deinem Unternehmen und nicht fremden Präferenzen dient – und Fehler, die Zeit und Geld kosten, konsequent vermeidest.
| Problemfeld | Typische Verwirrung/Missverständnis | Worauf du achten solltest |
|---|---|---|
| Begriffsvielfalt bei ERP-Beratern | Es gibt Spezialisten, Generalisten, Branchen-Consultants und Verkäufer – oft nicht klar erkennbar, welche Rolle vorliegt. | Fragen, welche Rolle der Berater einnimmt & welche Systeme/Branchen er tatsächlich kennt. |
| Anbieterbindung & versteckte Interessen | Neutralität wird oft nur vorgegeben; Empfehlungen können an Provisionen oder Partnerschaften hängen. | Immer offen nach Bindungen, Provisionen oder Partnerstatus fragen. |
| Die Illusion des Allwissenden | Kein einzelner Berater kann alle Systeme und Module wirklich tief kennen – das wird aber häufig suggeriert. | Grenzen in Know-how kritisch hinterfragen; auf ehrliche Selbsteinschätzung achten. |
| Lösungen vor Prozessen | Produkte werden präsentiert, bevor wirklich Prozesse, Ziele und Anforderungen analysiert wurden. | Zuerst intern Prozesse und Zielbilder klären – keine Systemdiskussion vorab! |
| Einfluss interner Machtstrukturen | Entscheidungen werden von den lautesten Abteilungen oder Personen beeinflusst – nicht vom Gesamtbedarf. | Holistische, methodische Analyse nutzen, um objektive Entscheidungen zu treffen. |
| Fehlende Transparenz und Methodik | Vorgehen, Auswahl und Beratungsinteressen sind oft undurchsichtig – Risiko von Fehlentscheidungen steigt. | Wert auf strukturierte, nachvollziehbare Methoden und offene Kommunikation legen. |
Wichtige Statistiken und Fakten zur ERP-Nutzung und Beratung im DACH-Raum
- In Deutschland nutzen laut Institut für Mittelstandsforschung Bonn im Jahr 2023 rund 36 % der Unternehmen ERP-Software, in Österreich 39 % und in der Schweiz 31 %, was auf eine hohe, aber nicht flächendeckende Verbreitung und damit auf sehr unterschiedliche Reifegrade und Anforderungen an ERP-Beratung im DACH-Raum hinweist (zur Auswertung des IfM Bonn).
- Im deutschsprachigen Raum existieren über 700 ERP-Systemanbieter, der Markt ist damit stark fragmentiert und umfasst eine große Bandbreite spezialisierter und generalistischer Lösungen, was zwangsläufig sehr unterschiedliche, teils herstellergebundene, teils herstellerunabhängige Beratungsrollen hervorbringt (Liste der ERP-Anbieter bei ERP-Scout).
- 95 % aller Unternehmen ab 20 Mitarbeitenden im DACH-Raum setzen laut ERP-Scout-Auswertung auf ERP-Software, womit der Markt faktisch gesättigt ist und weniger Produktkenntnis „ob ERP ja/nein“, sondern vielmehr eine passgenaue, unternehmensindividuelle Analyse und Systemauswahl im Vordergrund steht (ERP-Scout-Auswertung).
- Die Marktstudie „ERP-Systeme in der Energiewirtschaft“ von PwC zeigt für die Energiebranche eine Vielzahl unterschiedlicher ERP-/Branchensysteme und Anbieter, die je nach Unternehmensgröße und Prozesslandschaft sehr verschieden eingesetzt werden – ein Hinweis darauf, dass eine fundierte Prozess- und Anforderungsanalyse entscheidend für die Systemwahl ist und nicht ein einzelner „Standard“ oder eine pauschale Empfehlung ausreicht (PwC Marktstudie zur ERP-Auswahl).
- Statista weist für den ERP-Softwaremarkt in der DACH-Region ein anhaltend hohes Wachstumspotenzial aus; der Markt wächst kontinuierlich, weil Unternehmen ihre Systeme modernisieren, branchenspezifisch anpassen und in die Cloud verlagern – Entwicklungen, die eine methodische, transformationsorientierte Beratung mit Fokus auf Unternehmenszielen statt reiner Produktkenntnis erfordern (Marktdaten bei Statista).
- Laut Haufe beschreibt ein „persönlicher ERP-Berater“ zunächst die Anforderungen im Unternehmen und zeigt dann anhand ausgewählter Funktionen und Module, wie diese im System umgesetzt werden können; explizit wird damit ein Anforderungs- und Prozessfokus vor einer Systementscheidung betont, nicht eine pauschale Empfehlung „aus dem Regal“ (Details bei Haufe X360).
- ERP-Statistiken zeigen, dass sich die Branchenstruktur der ERP-Nutzung deutlich verschoben hat: 2020 war die Herstellungsbranche mit 36,6 % größter Markt, 2022 entfallen bereits mehr als 75 % des ERP-Marktes auf fünf sehr unterschiedliche Branchen (Herstellung, IT, Gesundheitswesen, Bauwesen, Einzelhandel), was auf sehr heterogene Anforderungen und somit auf die Notwendigkeit spezialisierter, branchensensibler Analyse und Beratung hinweist (ERP-Statistiken von Synerpy).
- Die i2s-ERP-Zufriedenheitsstudie zum deutschsprachigen ERP-Markt hebt die „Vielfalt und Qualität“ der Lösungen im DACH-Raum hervor und betont, dass Unternehmen insbesondere dann hohe Zufriedenheit erreichen, wenn Systemauswahl und Einführung an den konkreten Unternehmensprozessen und -zielen ausgerichtet und methodisch begleitet werden – ein Befund, der die Bedeutung ehrlicher, kundenorientierter Vorgehensweise gegenüber bloßer Systemvielfalt unterstreicht (Ergebnisse der i2s-Zufriedenheitsstudie).
- Die Partnerschaft von SAP und Bain zur „Cloud-fähigen ERP-Transformation“ wird damit begründet, dass Unternehmen Hilfe benötigen, um ihr ERP-Potenzial im Einklang mit den Geschäftszielem zu realisieren; die Kombination aus Technologieplattform (SAP) und geschäftsorientierter Transformationsberatung (Bain) zeigt, dass hochwertige ERP-Beratung heute als Business-Transformationsprojekt mit systematischer Analyse und nicht als reine Produktempfehlung verstanden wird (Details zur SAP-Bain-Partnerschaft).
- Gehaltsdaten für „ERP Consultant“ in Deutschland zeigen ein breites Spektrum (ca. 43.000–89.500 € Jahresbruttogehalt bei 1.247 gemeldeten Werten), was auf sehr unterschiedliche Aufgabenprofile, Spezialisierungsgrade und Verantwortungsniveaus innerhalb der Berufsbezeichnung „ERP-Berater“ hinweist und damit die Unschärfe und Rollenvielfalt des Begriffs empirisch stützt (Gehälter bei Kununu).
Häufige Fragen rund um ERP-Berater und ERP-Systeme
Was ist ein ERP-Berater?
Das ist eine sehr gute Frage. Ein ERP-Berater ist im Kern jemand, der Unternehmen begleitet, wenn sie ihre bestehenden Geschäftsprozesse durch den Einsatz einer ERP-Software effizienter und steuerbarer machen wollen. Dabei kann viel mehr dahinterstecken als nur der technische Blick aufs System: Es geht darum, das Gesamtbild des Unternehmens zu erfassen, Prozesse zu analysieren, Ziele zu definieren und auf dieser Basis die passende ERP-Lösung auszuwählen oder zu optimieren. Im besten Fall bringt ein ERP-Berater also nicht nur technisches Know-how ein, sondern auch Erfahrung im Change Management und in der Prozessgestaltung.
Was wir immer wieder sehen ist: Das Berufsbild des ERP-Beraters ist äußerst vielschichtig. Es reicht vom rein technischen Implementierungsspezialisten bis hin zum strategischen Prozessberater – und manchmal übernehmen Berater sogar mehrere Rollen gleichzeitig, vom Projektleiter bis zum Schulungsexperten. Genau das führt häufig zu Unsicherheiten: Wer also auf der Suche ist, sollte immer genau nachfragen, worin die Spezialisierung und Unabhängigkeit des Beraters liegt und welche Rolle tatsächlich ausgefüllt wird.
Was genau ist ERP?
Auch das ist eine wichtige Frage, weil das Verständnis von ERP häufig für Missverständnisse sorgt. ERP steht für „Enterprise Resource Planning“ – übersetzt heißt das nichts anderes als „Unternehmensressourcenplanung“. Es handelt sich dabei um eine Art digitale Schaltzentrale, die die verschiedenen Bereiche eines Unternehmens – also Einkauf, Produktion, Lager, Vertrieb, Personal, Finanzbuchhaltung und viele mehr – miteinander verbindet und deren Datenströme zentral steuert. Das Ziel: Informationen stehen jederzeit und überall dort zur Verfügung, wo sie gerade gebraucht werden, und alle sind auf demselben Stand.
Wir erleben es immer wieder bei unseren Beratungsprojekten: Die Einführung eines ERP-Systems ist nie nur eine IT-Frage, sondern ein tiefgreifendes Veränderungsprojekt für das ganze Unternehmen. Organisationen können Abläufe vereinheitlichen, Prozesse transparenter und effizienter gestalten und wichtige Entscheidungen auf eine bessere Datenbasis stellen. Allerdings gilt – und das sagen wir immer ganz klar –: Ein ERP-System entfaltet seinen eigentlichen Nutzen erst dann, wenn zuvor Geschäftsprozesse sauber analysiert und die strategischen Ziele des Unternehmens klar sind.
Was verdient ein ERP-Berater?
Was ich oft gefragt werde ist: Wie viel verdient eigentlich ein ERP-Berater? Die Antwort darauf hängt von vielen Faktoren ab – vor allem von der eigenen Spezialisierung, der Berufserfahrung, dem Aufgabenspektrum und auch vom Standort. Im Durchschnitt haben erfahrene ERP-Berater in Deutschland Jahresgehälter zwischen 60.000 und 100.000 Euro erreicht, wobei Senior- oder Leadberater – insbesondere mit Branchenfokus oder technischem Tiefenwissen – auch deutlich darüber liegen können. Selbstständige oder auftragsbasierte Berater kalkulieren dagegen meist mit Tagessätzen zwischen 800 und 1.500 Euro oder mehr, abhängig von Projektdauer und Komplexität.
Was man sich zusätzlich vor Augen führen muss: Das Gehalt spiegelt oft auch die Verantwortung und Komplexität wider, die ein ERP-Berater übernimmt. Wer nur implementiert oder „Standard-Consulting“ leistet, bewegt sich oft am unteren Ende der Skala. Doch gerade Berater, die strategisch beraten, Prozesse ganzheitlich betrachten und Unternehmen durch wichtige Organisationsveränderungen führen, sind stark gefragt und werden entsprechend vergütet. Der Markt ist dynamisch und besonders spezialisierte Berater – etwa für Nischensysteme oder besondere Branchenanforderungen – erzielen oft die höchsten Honorare.
Ist ERP das Gleiche wie SAP?
Ein sehr häufiger Irrtum ist die Gleichsetzung von ERP und SAP. Das muss man klar unterscheiden: ERP beschreibt, wie gesagt, ein Konzept – also eine Strategie und Software zur Steuerung und Integration von Prozessen und Daten im Unternehmen. SAP ist dagegen einer der bekanntesten Anbieter von ERP-Systemen weltweit. Das heißt: SAP ist eine mögliche Lösung (unter vielen), aber eben nicht gleichbedeutend mit dem Begriff selbst. Es gibt zahlreiche andere Hersteller wie Microsoft, Oracle, Infor, proALPHA, abas oder branchenspezifische Anbieter, die jeweils eigene ERP-Systeme entwickelt haben.
Was wir oft erleben: Viele Entscheider starten die ERP-Recherche mit dem Gedanken, SAP sei die einzige oder „beste“ Option. Genau hier sollten Unternehmen aber offen bleiben und erst individuelle Zielbilder und Prozesse definieren, bevor sie sich auf konkrete Softwareprodukte festlegen. Der richtige Weg ist immer: Erst definieren, was das Unternehmen wirklich braucht, dann prüfen, welches ERP-System dazu am besten passt – und SAP ist dann eine von vielen möglichen Antworten, aber eben keineswegs gleichbedeutend mit ERP im Allgemeinen.
Orientierung und Unterstützung für Ihre ERP-Entscheidung
Die Auswahl und Implementierung eines ERP-Systems ist selten eine lineare Aufgabe – oft führen unklare Rollen, unausgesprochene Interessen und fehlende Transparenz zu Unsicherheit und Missverständnissen. Der Begriff „ERP-Berater“ steht für vieles, aber selten für eine klar definierte, unabhängige Rolle. Unser Artikel hat gezeigt, wie wichtig es ist, sich nicht allein auf Versprechen oder Musterlösungen zu verlassen, sondern stattdessen auf eine methodische Analyse der eigenen Prozesse, Ziele und Anforderungen zu setzen. Genau hier setzen unsere Leistungen an: Wir unterstützen Sie dabei, nicht in typische Denk- und Entscheidungsfallen zu tappen, sondern strukturierte und nachhaltige Lösungen für Ihr Unternehmen zu finden.
Möchten Sie auch, dass Ihre ERP-Auswahl und Software-Einführung auf einer klaren, ehrlichen Analyse basiert und Sie Sicherheit im Entscheidungsprozess gewinnen? Falls Sie an irgendeinem Punkt unsicher sind oder Unterstützung bei der Umsetzung benötigen, bieten wir Ihnen gern ein kostenloses Erstgespräch oder Analysegespräch an. Die UBK GmbH begleitet Sie neutral und mit langjähriger Erfahrung durch alle Phasen Ihrer ERP-Strategie – von der Zielbild- und Prozessanalyse bis zur Systemauswahl. Hier können Sie ganz unkompliziert Kontakt aufnehmen und weitere Informationen erhalten. Wir sind da, um Sie persönlich und individuell zu unterstützen.